Die menschliche Natur und der Kapitalismus

 

Man at the Crossroads, Diego Rivera (Fragment), 1934

Anmerkung der Redaktion: Russland ist heute in einer sehr eigenartigen Position. Die Ablehnung von dem sowjetischen Entwicklungsmodell und dem daraus folgendem Zerfall der Sowjetunion, mit dem darauffolgendem Aufbau eines kapitalistischen Systems, hatte sehr viele Veränderungen bei den Menschen hervorgerufen. Russland ist in dieser Hinsicht in einer besonders guten Position, diese Veränderungen zu beobachten und zu analysieren. Dieser Artikel bietet einen Einblick in einige Veränderungen, die in den letzten 25 Jahren in Russland dank dem kapitalistischen System stattgefunden haben, und analysiert diese in Hinblick auf die Frage „Was ist die menschliche Natur“. 

Vor 25 Jahren hat der Russische Staat im Zuge der Perestroika seine systembildende Idee verloren: die Vorstellung vom Aufbau einer kommunistischen Gesellschaft ohne Privateigentum. In ihr sollten nicht Geld und Reichtum die höchsten Werte sein, sondern das Fehlen der menschlicher Ausbeutung und die Entwicklung eines jeden als die Voraussetzung für die Entwicklung aller. Diese Vorstellung wurde verleumdet und vermeintlich auch bloßgestellt. Die Werte, die auf der staatlichen Ebene anerkennt werden, haben sich verändert. Nein, es hat keiner die Zulässigkeit der Ausbeutung oder die Nutzlosigkeit von Entwicklung erklärt. Vielmehr wurden neben diesen Werten Privateigentum und Wettbewerb als die treibenden Kräfte verkündet. Auf diese Weise wurden persönliche Freiheiten und der Vorrang des Individuums vor dem Kollektiv zu Prioritäten erklärt. Fünfundzwanzig Jahre sind eine lange Zeit, man kann wenn auch nicht unbedingt einen Fazit ziehen, wenigstens die Ausrichtung der gesellschaftlichen Veränderungen erkennen. Wie genau haben sich die Menschen unter diesen Bedingungen im Laufe der Zeit verändert, und was waren die Gründe für diese Veränderungen? 


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Der Faschismus. Seine antihumanistische Natur.

Die Erschaffung Adams. Michelangelo

Die Erschaffung Adams. Michelangelo

In den ersten Artikeln (1, 2, 3) wurde bereits erwähnt, dass der Humanismus eine der Hauptsäulen des Zeitalters der Moderne war. Jedoch existierte der Humanismus lange vor der Moderne. Dieser Begriff wurde vom altrömischen Schriftstellen und Politiker Cicero im 1. Jahrhundert v. Chr. eingeführt. In der Antike verstand man den Humanismus, an erster Stelle, als das Ideal des Menschen, der sowohl körperliche als auch geistige Schönheit besaß und sich harmonisch in die Gesellschaft und Natur (Kosmos) einlebte. Der christliche Humanismus des Mittelalters forderte vom Menschen die Beachtung der christlichen Moral, dabei waren alle Menschen gleich vor Gott. Gerade das Christentum schuf den Begriff des Menschen als universelle Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit blühte besonders stark im Zeitalter der Renaissance auf. Der Humanismus des Zeitalters der Aufklärung basierte auf dem Verstand des Menschen als dessen erkennenden, schöpferischen und autonomen Kraft.


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Das Rote Projekt

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In diesem Artikel werden wir erklären, wieso das Rote Projekt etwas ist, was praktisch keine Alternative hat. Wie etwas, was nicht der Vergangenheit gehört, sondern der Zukunft. Nicht wie etwas Unsinniges, sondern etwas Optimales. Die Grundlage für diese Behauptung ist alles, was mit dem sogenannten Gesetz des Fressens und Gefressen werden (der Stärkere gewinnt) zu tun hat.

Die Natur ist ein grausames Wesen. Sie wird maßgebend von diesem Gesetz bestimmt. Aber der Mensch wurde zum Menschen genau deswegen, weil er sich diesem Naturgesetz entgegengesetzt hat. Diese Entgegenstellung hat jedoch die Unterwerfung des Menschen dem Gesetz des gegenseitigen Fressens und Gefressen werden nicht aufgehoben, ja konnte es auch gar nicht.

Aber die Tiere fressen sich gegenseitig mit Hilfe von Mitteln, die man Zähne, Krallen und so weiter nennt, und bei den Tieren haben sich die Instrumente des gegenseitigen Zerfressens faktisch von Generation zu Generation nicht verändert. Der Mensch jedoch hatte vor Zehntausend Jahren eine Keule, vor fünf tausend Jahren – Speere und Schwerter, Streitwagen, vor fünf hundert Jahren – Schusswaffen, vor hundert Jahren – Panzer und Flugzeuge, vor 70 Jahren – Atomwaffen. Das sind keine Zähne und Krallen mehr, stimmt’s?


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