Der Marxismus im 21. Jahrhundert. Teil 3.

Mädchen, die als Backsteinzertrümmerin in einer Fabrik in Dakke arbeitet

Mädchen, die als Backsteinzertrümmerin in einer Fabrik in Dakke arbeitet

Es ist eine Sache, alle Arten der Dehumanisierung der eigenen Mitmenschen zu betrachten. Zu beobachten, wie Menschen um dich herum unter Hunger, erdrückender Menschendichte, erschöpfender Arbeit, stumpfsinnigem Alltag und allen anderen Formen der direkten, vulgären und offensichtlichen Ausbeutung leiden. Zu sehen, wie diejenigen, die sich in deiner Nähe befinden, dieser Ausbeutung erliegen.

Und es ist eine andere Sache, ein Mitgefühl für Völker in Asien, Afrika und Lateinamerika zu entwickeln, die von den westlichen Eliten und deren lokalen Marionetten gnadenlos ausgeraubt werden, indem ein Teil der „Beute“ der einfachen Bevölkerung im Westen, die nicht in der asiatisch-afrikanisch-lateinamerikanischen Peripherie lebt, übergeben wird.

Angenommen, du hast dieses gerechte Mitgefühl entwickelt. Und jetzt?

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Die menschliche Natur und der Kapitalismus

 

Man at the Crossroads, Diego Rivera (Fragment), 1934

Anmerkung der Redaktion: Russland ist heute in einer sehr eigenartigen Position. Die Ablehnung von dem sowjetischen Entwicklungsmodell und dem daraus folgendem Zerfall der Sowjetunion, mit dem darauffolgendem Aufbau eines kapitalistischen Systems, hatte sehr viele Veränderungen bei den Menschen hervorgerufen. Russland ist in dieser Hinsicht in einer besonders guten Position, diese Veränderungen zu beobachten und zu analysieren. Dieser Artikel bietet einen Einblick in einige Veränderungen, die in den letzten 25 Jahren in Russland dank dem kapitalistischen System stattgefunden haben, und analysiert diese in Hinblick auf die Frage „Was ist die menschliche Natur“. 

Vor 25 Jahren hat der Russische Staat im Zuge der Perestroika seine systembildende Idee verloren: die Vorstellung vom Aufbau einer kommunistischen Gesellschaft ohne Privateigentum. In ihr sollten nicht Geld und Reichtum die höchsten Werte sein, sondern das Fehlen der menschlicher Ausbeutung und die Entwicklung eines jeden als die Voraussetzung für die Entwicklung aller. Diese Vorstellung wurde verleumdet und vermeintlich auch bloßgestellt. Die Werte, die auf der staatlichen Ebene anerkennt werden, haben sich verändert. Nein, es hat keiner die Zulässigkeit der Ausbeutung oder die Nutzlosigkeit von Entwicklung erklärt. Vielmehr wurden neben diesen Werten Privateigentum und Wettbewerb als die treibenden Kräfte verkündet. Auf diese Weise wurden persönliche Freiheiten und der Vorrang des Individuums vor dem Kollektiv zu Prioritäten erklärt. Fünfundzwanzig Jahre sind eine lange Zeit, man kann wenn auch nicht unbedingt einen Fazit ziehen, wenigstens die Ausrichtung der gesellschaftlichen Veränderungen erkennen. Wie genau haben sich die Menschen unter diesen Bedingungen im Laufe der Zeit verändert, und was waren die Gründe für diese Veränderungen? 

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