Die menschliche Natur und der Kapitalismus

 

Man at the Crossroads, Diego Rivera (Fragment), 1934

Anmerkung der Redaktion: Russland ist heute in einer sehr eigenartigen Position. Die Ablehnung von dem sowjetischen Entwicklungsmodell und dem daraus folgendem Zerfall der Sowjetunion, mit dem darauffolgendem Aufbau eines kapitalistischen Systems, hatte sehr viele Veränderungen bei den Menschen hervorgerufen. Russland ist in dieser Hinsicht in einer besonders guten Position, diese Veränderungen zu beobachten und zu analysieren. Dieser Artikel bietet einen Einblick in einige Veränderungen, die in den letzten 25 Jahren in Russland dank dem kapitalistischen System stattgefunden haben, und analysiert diese in Hinblick auf die Frage „Was ist die menschliche Natur“. 

Vor 25 Jahren hat der Russische Staat im Zuge der Perestroika seine systembildende Idee verloren: die Vorstellung vom Aufbau einer kommunistischen Gesellschaft ohne Privateigentum. In ihr sollten nicht Geld und Reichtum die höchsten Werte sein, sondern das Fehlen der menschlicher Ausbeutung und die Entwicklung eines jeden als die Voraussetzung für die Entwicklung aller. Diese Vorstellung wurde verleumdet und vermeintlich auch bloßgestellt. Die Werte, die auf der staatlichen Ebene anerkennt werden, haben sich verändert. Nein, es hat keiner die Zulässigkeit der Ausbeutung oder die Nutzlosigkeit von Entwicklung erklärt. Vielmehr wurden neben diesen Werten Privateigentum und Wettbewerb als die treibenden Kräfte verkündet. Auf diese Weise wurden persönliche Freiheiten und der Vorrang des Individuums vor dem Kollektiv zu Prioritäten erklärt. Fünfundzwanzig Jahre sind eine lange Zeit, man kann wenn auch nicht unbedingt einen Fazit ziehen, wenigstens die Ausrichtung der gesellschaftlichen Veränderungen erkennen. Wie genau haben sich die Menschen unter diesen Bedingungen im Laufe der Zeit verändert, und was waren die Gründe für diese Veränderungen? 

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Die Ursprünge der amerikanischen Vorstellungen von Exzeptionalismus

Seit Bestehen des amerikanischen Staates haben sich die Amerikaner stets für ein besonderes Volk gehalten. Und überhaupt ist es zu keiner Zeit möglich, einen Staat zu etablieren ohne einen Glauben seitens seiner Gründer an eine besondere Mission. Doch ist die Frage nach dem genauen Inhalt dieser Mission der USA der internationalen Gemeinschaft heute von zunehmendem Interesse. Das Interesse steigert sich weiter mit der anwachsenden Zahl und den wachsenden Ausmaßen der von der US-Politik provozierten kriegerischen Auseinandersetzungen.

Die umfangreichen Katastrophen, die diese Konflikte verursacht haben, führten zum sarkastischen Ausdruck von einer „besonderen Rolle der USA in der Welt“ – er wurde auch allgemein akzeptiert und bis zum Abwinken wiederholt. Demnach ist es erst recht wichtig, zu verstehen, wie das zustande kam und was die amerikanische Vorstellung vom eigenen Exzeptionalismus ursprünglich beinhaltete.

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Der Faschismus – Einführung in die Problematik und die marxistische Theorie

Mai 1945 - Der Sieg der Sowjetunion über das faschistische Deutschland.

Mai 1945 – Der Sieg der Sowjetunion und der Allierten über das faschistische Deutschland.

Einführung in die Problematik

Das Traurige am Begriff „Faschismus“ ist – obwohl es eine große Menge von stark ausgeprägten faschistischen Bewegungen gibt – dass er im gesellschaftlichen Bewusstsein sehr vage und unbestimmt aufgenommen wird. Dies liegt daran, dass der Begriff aktiv im politischen Kampf benutzt wird. Wie eine Art Etikett, das man seinen politischen Gegnern anhängt. Es gibt wohl kaum eine Bewegung, kaum eine staatliche Politik, die heute nicht die Beschuldigung des Faschismus in der einen oder anderen Form ertragen musste. Die Unbestimmtheit des Begriffs „Faschismus“ trat so ziemlich seit der Entstehung auf. So haben bereits in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts die europäischen Kommunisten das Schimpfwort „Sozial-Faschisten“ in Bezug auf die Sozial-Demokraten benutzt, während diese ihrerseits den Begriff „Kommunofaschismus“ für die Kommunisten anwendeten. Heutzutage benutzt man den Begriff auch im Alltagsgebrauch. Oft wird, wenn man einen Menschen als „Faschisten“ bezeichnet, nicht sein Bekenntnis zur faschistischen Ideologie, sondern eher seine äußerste Brutalität oder Gefühlslosigkeit gemeint.

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Europas explosive Mischung – Wohin soll das nur führen?

Récupération Fasciste – Erneuerung des Faschismus

In den letzten Monaten ist eins der am meisten diskutierten Themen in den europäischen Massenmedien das Thema der Massenströmungen der Flüchtlinge in die Europäische Union. Die EU trägt bereits jetzt eine Menge von Unkosten, nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ideologische, denn: die Flüchtlinge problematisieren die allgemeine westliche Einstellung mit dem Namen „Multikulturalismus“.

Der Begriff „Multikulturalismus“ wurde als erstes in Kanada in den 60-ger Jahren des 20. Jahrhundert während der politischen Verschärfung in Québec und der Bedrohung des Separatismus benutzt, und bereits in den 70-ger Jahren fing man an, den Multikulturalismus zu erproben. Gleichzeitig wurde damals diese Idee auch in anderen westlichen Ländern populär, die USA einbegriffen, wo das Prinzip des Multikulturalismus das bekannte Prinzip des „Schmelztiegels“ (Orig. „Melting Pot“) ersetzte. Das bedeutete einen Übergang von einer Assimilationspolitik zu einer Politik paralleler Existenz der Kulturen, wo man verschiedenen ethnischen, konfessionellen und anderen kulturellen Gruppen breite Rechte und Möglichkeiten auch in der Politik bietet. Zusammen mit der Idee der „Toleranz“ ist das heute eine allgemein anerkannte Idee bei den westlichen Ländern bezüglich der Frage der interethnischen und interkulturellen Beziehungen.

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