Die Gnostik als Vorreiterin des Faschismus

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Der okkulte Hitlerismus und seine neofaschistischen Variationen sind natürlich nicht aus dem Nichts entstanden. Die verbreitete Meinung, dass der „Mythos des 20. Jahrhunderts“ von Rosenberg ein monströses und unerwartetes Kind des deutschen Nazismus ist, ist ebenfalls ein Mythos. In der Realität beinhaltet der Faschismus des 2o. Jahrhundert alle grundlegenden ideologische Motive, die auch bereits bei den früheren Gnostikern existierten. Deswegen ist die Analyse der gnostischen Wurzeln des Faschismus zweifellos wichtig für das Verständnis dieser Erscheinung.

Wir gehen davon aus, dass der Konflikt des Faschismus mit dem Humanismus die Konsequenz eines viel tieferen Konfliktes ist, der mit seinen Wurzeln sehr weit in die frühere Geschichte des Christentums reicht. Das ist der Konflikt zwischen der Metaphysik der Gnostik und der des Chiliasmus.

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Faschismus. Fundamentale Ungleichheit.

Quelle: http://bit.ly/1y8DPw1

Quelle: http://bit.ly/1y8DPw1

Die nächste Eigenschaft des Faschismus ist die fundamentale Ungleichheit. Es gab in der Geschichte verschiedene Begründungen der Ungleichheit. Im Mittelalter wurde die Ungleichheit, also die Ständeordnung, mit dem Verweis auf die göttliche Ordnung der Dinge begründet, wobei alle vor Gott gleich waren. Im Zeitalter des Kapitalismus basierte die Ungleichheit auf den individualistischen/natürlichen Eigenschafen einzelner Menschen, ganz nach dem Motto „das ist ein schlechter, fauler Arbeiter und deswegen ist er kein Rothschild“. Dabei konnte der Kapitalismus ebenfalls auf religiöse Begründungen der Ungleichheit zurückgreifen, wenn man sich an die „Protestantische Ethik“ von Marx Weber erinnert.

Es gab jedoch sowohl im Mittelalter mit der Standesordnung, noch im Kapitalismus keine fundamentale Ungleichheit. Im Mittelalter waren die Menschen metaphysisch gleich gestellt. Im Kapitalismus, mit den Idealen „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, hatten die Menschen, wenn auch nur theoretisch, mehr Gleichheit. Es gab niemals, in keinem dieser Systeme, eine Begründung für das Absolut – „Menschen sind ungleich“. Bis zum Faschismus.

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Der Faschismus. Seine antihumanistische Natur.

Die Erschaffung Adams. Michelangelo

Die Erschaffung Adams. Michelangelo

In den ersten Artikeln (1, 2, 3) wurde bereits erwähnt, dass der Humanismus eine der Hauptsäulen des Zeitalters der Moderne war. Jedoch existierte der Humanismus lange vor der Moderne. Dieser Begriff wurde vom altrömischen Schriftstellen und Politiker Cicero im 1. Jahrhundert v. Chr. eingeführt. In der Antike verstand man den Humanismus, an erster Stelle, als das Ideal des Menschen, der sowohl körperliche als auch geistige Schönheit besaß und sich harmonisch in die Gesellschaft und Natur (Kosmos) einlebte. Der christliche Humanismus des Mittelalters forderte vom Menschen die Beachtung der christlichen Moral, dabei waren alle Menschen gleich vor Gott. Gerade das Christentum schuf den Begriff des Menschen als universelle Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit blühte besonders stark im Zeitalter der Renaissance auf. Der Humanismus des Zeitalters der Aufklärung basierte auf dem Verstand des Menschen als dessen erkennenden, schöpferischen und autonomen Kraft.

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Der Faschismus im historischen Kontext

Die Weltkarte von Frederik de Wit, 1662

Die Weltkarte von Frederik de Wit, 1662

Um genaueres Verständnis des Faschismus zu bekommen, muss man erst mal den historischen Kontext betrachten, in dem er erschienen ist. Dieser Artikel beschäftigt sich gerade damit. Wir haben bereits mehrere Artikel veröffentlicht (in Englisch), die sich mit den Vordenkern beschäftigt, die die Grundlage für den Faschismus gebildet haben. Sorel, Pareto, Le Bon, Michels, Mosca  haben alle geholfen, diese Grundlagen dafür zu ebnen. Dieser Artikel soll jedoch eine intuitive Beschreibung für die Entstehung des Faschismus im geschichtlichen Kontext geben. Wer weitere Details haben möchte, kann diese gerne in den weiteren Artikel nachlesen.

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Der Faschismus – Einführung in die Problematik und die marxistische Theorie

Mai 1945 - Der Sieg der Sowjetunion über das faschistische Deutschland.

Mai 1945 – Der Sieg der Sowjetunion und der Allierten über das faschistische Deutschland.

Einführung in die Problematik

Das Traurige am Begriff „Faschismus“ ist – obwohl es eine große Menge von stark ausgeprägten faschistischen Bewegungen gibt – dass er im gesellschaftlichen Bewusstsein sehr vage und unbestimmt aufgenommen wird. Dies liegt daran, dass der Begriff aktiv im politischen Kampf benutzt wird. Wie eine Art Etikett, das man seinen politischen Gegnern anhängt. Es gibt wohl kaum eine Bewegung, kaum eine staatliche Politik, die heute nicht die Beschuldigung des Faschismus in der einen oder anderen Form ertragen musste. Die Unbestimmtheit des Begriffs „Faschismus“ trat so ziemlich seit der Entstehung auf. So haben bereits in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts die europäischen Kommunisten das Schimpfwort „Sozial-Faschisten“ in Bezug auf die Sozial-Demokraten benutzt, während diese ihrerseits den Begriff „Kommunofaschismus“ für die Kommunisten anwendeten. Heutzutage benutzt man den Begriff auch im Alltagsgebrauch. Oft wird, wenn man einen Menschen als „Faschisten“ bezeichnet, nicht sein Bekenntnis zur faschistischen Ideologie, sondern eher seine äußerste Brutalität oder Gefühlslosigkeit gemeint.

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